Leben aus einer anderen Sicht – das Handicapsportfest
Am Montag, dem 18. Mai 2026, fand in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums ein besonderes Sportevent statt: das Handicapsportfest.
Organisiert wurde der Tag von Frau Stein, die sich am Ende stolz auf die engagierten Schülerinnen und Schüler zeigte. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Teamern der
10. Klassen, während die sechs 11. Klassen die verschiedenen Stationen durchliefen.
Jede Klasse wurde dabei von einem eigenen Riegenführer begleitet. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Ludwigslust-Parchim.
Die Schülerinnen und Schüler konnten an insgesamt sechs verschiedenen Stationen teilnehmen: Sichtweisen, Rollstuhlfechten, Rollstuhlparcours, Rollstuhlbasketball, Leben als Blinder oder mit einer Sehbehinderung und Goalball.
Ziel war es, den Jugendlichen neue Perspektiven zu vermitteln und ihnen einen Einblick in die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen zu geben.
Erstmals war in diesem Jahr Luisa Rutenberg vom VBRS M-V e.V. (Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport Mecklenburg-Vorpommern e. V.) mit Menschen mit Behinderungen und Rollstühlen an der Schule zu Gast. Sie berichtete außerdem von ihren Erfahrungen aus den vergangenen Jahren bei ähnlichen Veranstaltungen. Dabei habe sie erlebt, dass viele Schülerinnen und Schüler das Thema ernst nehmen, manche jedoch auch abwertend reagieren. Einige hätten Menschen mit Behinderungen ausgelacht, während andere eher vorsichtig beim Ansprechen seien. Trotzdem seien ihre bisherigen Erfahrungen insgesamt positiv gewesen. Besonders wichtig seien ihrer Meinung nach Verständnis und Dankbarkeit gegenüber Menschen mit Behinderungen.
An den Stationen sammelten die Jugendlichen zahlreiche neue Erfahrungen. Beim Rollstuhlparcours berichtete Philipp aus der 11. Klasse, dass es zunächst ungewohnt gewesen sei. Besonders schwierig sei es gewesen, dem Rollstuhl zu vertrauen. Trotzdem halte er den Tag für sehr sinnvoll: „Keiner weiß, was uns später noch passiert.“ Außerdem betonte er, dass Sport wichtig sei, weil er Menschen im Leben weiterbringen könne.
Auch Marcel, der sowohl als Riegenführer als auch als Teamer im Einsatz war, zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf. Er beschrieb den Tag als spannend und lobte die Motivation der Teilnehmenden. Viele Schülerinnen und Schüler haben aktiv mitgemacht und die Organisation sei sehr gut gewesen. Besonders wertvoll war es, neue Perspektiven kennenzulernen und dadurch dankbarer für die eigene Gesundheit zu werden.
Eine weitere Herausforderung wartete beim Rollstuhlfechten auf die Teilnehmenden. Lucie aus der 11. Klasse berichtete, dass sie dabei mit Platzangst zu kämpfen hatte. Beim Goalball sammelten Tabea und Zoe ebenfalls neue Erfahrungen. Sie fanden die Station besonders interessant und waren überrascht, dass das Tragen der Blindenbrille einfacher war als gedacht. Gleichzeitig merkten sie, dass andere Sinne, wie beispielsweise das Hören im Wahrnehmen von Wind, deutlich stärker wurden.
Auch Adrian aus der 11. Klasse war begeistert. Besonders das Rollstuhlbasketball-Angebot habe ihm gefallen. Er beschrieb es als interessant und cool und erklärte, dass dabei vor allem der Teamgeist gestärkt werde. Ohne Zusammenarbeit sei man „aufgeschmissen“.
Eine prägende Erfahrung machten viele Schülerinnen und Schüler auch an der Station „Leben mit einer Sehbehinderung“. Durch die Blindenbrille verloren viele schnell die Orientierung und mussten sich stärker auf Hören und Fühlen verlassen.
Frau Stein betonte am Ende des Tages, wie wichtig solche Projekte seien. Sie erklärte, dass Unterstützung notwendig sei und bedankte sich besonders bei den Referenten, die sich ehrenamtlich engagierten und sich das gemeinsame Frühstück mehr als verdient hätten. Für sie steht fest: Das Projekt hat nichts mit dem Alter zu tun – jeder kann davon wichtige Erfahrungen für das Leben mitnehmen und das ist besonders für uns heranwachsende wichtig. In diesem Projekt wurden sie auf das Leben vorbereitet.
Das Handicapsportfest zeigte allen eindrucksvoll, wie wichtig Verständnis, Respekt und Offenheit im Umgang mit Menschen mit Behinderungen sind.
Für viele Schülerinnen und Schüler war der Tag nicht nur sportlich herausfordernd, sondern auch eine wertvolle Lektion fürs Leben.
Greta und Nour – TeamerinnenKlasse 10




